Verborgene (?) Leiden (3)


In unserer Abhandlung über die verborgenen Leiden der Tauben waren wir bei latent vorhandenen Viren unter anderem Circovirus, dem Herpes-Virus und dem Paramyxovirus stehen geblieben.


Wenn die Tauben hiermit zu kämpfen haben, sind sie nicht wirklich zu grossen Flugleistungen fähig. Die Tauben laufen sogar Gefahr, dass durch eine unzureichende Gesundheit auch Probleme mit anderen latenten Erkrankungen entstehen. Krankheiten, die für sie unter normalen Umständen wenig oder gar keine Probleme bedeuten würden. Wir denken hier an Trichomonaden, Kokzidiose, Staphylokokken, Streptokokken und andere Infektionen der Atemwege. Und so schließt sich der Kreis fast wieder.


Bei all diesen Infektionen wird mit Medikamenten bahandelt, um den Brand zu löschen. Aber noch haben wir nichts getan, um die zugrunde liegende eigentliche Ursache der viralen Infektion zu bekämpfen.
Insbesondere können aber auch die Staphylokokken bei den Atemwegen der Tauben eine Rolle spielen. Und bei diesen Bakterien kann es schwierig sein, diese durch Antibiotika zu kontrollieren. Kurze Behandlungen zeigen in diesen Fällen nur sehr begrenzte Ergebnisse, wenn nicht die Ursachen in den Griff zu bekommen sind in dem man die Abwehrkräfte steigert.


Ich schrieb schon früher über Pilzinfektionen, die sich durch den Einsatz von Antibiotika ausbreiten können. Candida albicans ist eine Hefe, die ein Problem verursachen kann. In der Humanmedizin ist diese Hefe auch die Ursache der chronischen Müdigkeit. Diese Hefe bewirkt besonders bei Jungtauben mäßige Flugleistungen und eine erhöhte Anfälligkeit für andere Infektionen.
So können Pilzinfektionen auch ihren Beitrag für ein komplexes Problem liefern.


Was haben die Züchter mit diesen Problemen nun zu tun?
Erstens sich nicht der Illusion hingeben, dass es ein Allheilmittel gibt, welches seine Probleme lösen wird. Er darf sich nicht auf den Einsatz von Antibiotika ohne Kenntnis der Sachlage einlassen. Untersuchungen sollten zeigen, ob es einen Bedarf für Antibiotika gibt und wenn ja, welche.
Wir alle haben die Verantwortung dafür, den unnötigen Einsatz von Antibiotika zu verhindern. (Wenn nötig, dann richtige, leistungsfähige und gezielte Behandlungen in ausreichender Dauer.)

Verborgene (?) Leiden (2)

 

Im letzten Newsletter sprachen wir über Tauben, denen trotz bester Betreuung und der Verabreichung verschiedener Antibiotika nicht zu helfen zu sein scheint. Die Lüftung im Taubenschlag kann hier ein bedeutender Faktor sein, welche eine Heilung verlangsamt und das eigentlicher Problem noch verschlimmert.
Aber wenn wir davon ausgehen, dass auf dem Taubenschlag ursprünglich Preise ohne übermäßige Gabe von Antibiotika erreicht wurden, muss es ein anderes Problem geben.


Es gibt in dieser Gruppe einige Fällen, bei denen im Winter ein Paratyphuskur erfolgte und sonst nichts (es sei gefragt, was dabei der eigentliche Nutzen sein soll). Je näher die Wettflugsaison kommt ist auffällig, dass die Tauben immer schlechter trainieren, dies ohne erkennbare Ursache. Sie zeigen keine Symptome von Atemwegs- oder anderen Problemen. Sie haben eine schlechte Gefiederqualität und das Fleisch ist zu blau.


Ein Besuch beim Tierarzt zeigt evtl. einen leichten Kokzidien-Befall im Kot und einige Trichomonaden. Dies wird behandelt und es tritt wenig Besserung ein. Dann zur Sicherheit wird noch eine Kur gegen Erkrankungen der Luftwege durchgeführt. Auch das ist nicht wirklich hilfreich. Von Jan, Piet oder Klaus hört man dann, dass man dieses oder jenes doch noch einsetzen soll, .... aber auch das hilft nicht. Dann kommt Baytril, denn seitdem es bekannt ist hat es den Ruf, dass es gegen alles hilft, nicht wahr? Jedoch zeigen die Tauben immer noch wenig Verbesserung. Ein weiterer Tierarzt spritzt die Tauben. Dies scheint zu einer Besserung zu führen .. aber doch nicht wirklich. Unterdessen hat man alles probiert und der Frust nimmt weiter zu.
Es sind doch bewiesen gute Tauben, was ist das ?


Wenn Ihnen die Geschichte bekannt vorkommen sollte so sollten Sie wirklich darüber nachdenken, ob die Ursachen viraler Natur sind oder auf eine Pilzinfektionen durch übermäßigen Antibiotikaeinsatz zurück zu führen sind. Und, lassen Sie es an sich heran, dass es auch ausselektierte Staphylokokken durch unsachgemäßen Einsatz von Antibiotika sein können.


Ich komme jedes Jahr darauf zu sprechen. Die Intensität der Probleme durch Virusinfektionen nimmt immer mehr zu. Ich habe in früheren Newslettern erklärt, dass Circoviren seit Beginn dieses Jahrhunderts eine Rolle im Taubensport spielen. Das Virus kann von den Eltern auf die Jungen bereits über das Ei übertragen werden und damit eine dauerhafte Infektion auf dem Schlag bewirken. Das Schlimme des Virus ist, dass es die Tauben anfälliger für (Virus)-Infektion macht. Infektionen welche daher in der Lage sind, sich länger in der Taube aufzuhalten. Dies können Herpesviren, Influenza-Viren, oder auch die Adenoviren und das Paramyxovirus sein.


Da wir heute in der Lage sind das Vorhandensein von Viren bei Tauben mit einfachen Tests zu ermitteln, stellen wir fest, dass mehrere Schläge mit chronischen Viren-Problemen zu kämpfen haben. Dies führt zu schlechten Flugleistungen und hohen Verlusten. Die Ernsthaftigkeit dieses Problems nimmt mit steigender Taubenzahl an.


Oft hören wir, dass mit Tauben aus einem Schlag mit dauerhaften Problemen auf einem anderen Schlag mit weniger Tauben viel besser gereist wird. Hier spielt der Stressfaktor bedingt durch den Populationsdruck eine wesentliche Rolle. Auch der Hygienefaktor. Welches bedeutet, dass wir sicherstellen müssen, dass aufgrund der Zunahme der Taubenzahl in den Schlägen die Gesundheit nicht durch den Einsatz von zusätzlich Antibiotika erhalten bleibt. Eine hundertprozentig unerwünschte Situation.


Wenn wir nun auf den leistungsschwachen Problemschlag zurückkommen, dessen Tauben trotz verschiedener “Nachhilfen” durch Antibiotika keinen nennenswerten Erfolg aufweisen wird klar, dass dies nicht der richtige Weg ist.
Sicherlich wurde nicht durch Untersuchungen festgestellt, dass es sich um eine Viruserkrankung handelt.
Was in solchen Fällen erforderlich ist, ist Geduld und Abwarten sowie die Unterstützung der natürlichen Abwehrkräfte.