Prebiotica, probiotica und antibiotica

Wenn ich mit dem schreiben an diesen Newsletter anfange, sind es die dunkele Tage vor Weihnachten. Die Zeit um einen Moment lang still zu stehen bei dem bewegten Jahr dass hinter uns liegt und dem neuen Jahr dass auf uns zu kommt. Das bei die Zeit stillstehen machen wir, in unser hastiges Leben, meistens zu wenig. Die Zeit riesselt uns oft wie trockener Sand am Strand durch die Finger weg. Auch ist es jetzt Zeit um einen Moment still zu stehen bei jedem der uns nahe steht und um unser Weihnachtsgrüsse und -wünsche aus zu sprechen.

Ich möchte darum auch alle Leser meiner Newsletters und ihre Angehörigen ein herzliches Gutes und Glückliches, aber vor allem: ein Gesundes, 2007 zuwünschen. Wenn dieser Newsletter erscheint sind die Weihnachtstage schon wieder vorbei und wird der Sekt für die Neujahrsnacht fast schon kalt gestellt. Dann richten wir den Blick schon wieder voraus auf Alles was das neue Jahr uns bringen wird. Eine neues Jahr, vielleicht auch mit guten Vorsätzen.

Ein guter Vorsatz für den Taubensport könnte sein um dafür zu sorgen das unsere Tauben gesund bleiben und gesund bleiben durch natürliches Verfahren. Jedes Mal wenn die Tauben doch etwas fehlt, sollten wir auch diesen Vorsatz nicht vergessen werden, bevor (fast automatisch) zu den Packungen mit Antibiotica gegriffen wird. Preventive Gesundheitssorge kann übermässige und unnotwendige Anwendung von Medikamenten verhüten, sowohl bei dem Menschen wie auch bei der Taube.

Ich wollte schon seit einiger Zeit die Undeutlichkeiten über Pre- und Probiotica aus der Welt schaffen. Über diese Themen kann man ganze Bücher schreiben, aber hier möchte ich nicht mehr als einige Fakten hierüber auf eine einfach verständliche Weise versuchen zu benennen.

Prebiotica, Probiotca und Antibiotica

Probiotica sind, genau wie Omega-3 Fettsäuren, einen Hype der letzten Jahre. Das Wort Probioticum hat etwas magisches bekommen. Es scheint so zu sein dass wenn auf irgendwas das Wort "probioticum" geschrieben steht, dass es sich dann dabei auch um ein gutes Produkt handeln muss. Die Marketing im Fernsehen und in der Presse funktioniert diesbezüglich gut. An sich ist es nicht schlimm das die Probiotica voll in die Scheinwerfer stehen, aber es auch mal in der richtigen Perspektive zu sehen, kann möglich auch etwas einleuchtend wirken.

Unter Probiotica verstehen wir, einfach augedrückt, die "guten" Darmbakteriën. Es sind die Bakteriën die in einen gesunden Darm ausreichend vorkommen. Sie können aber auch mit Preparaten zugeführt werden. Hierbei unterscheiden wir Probiotica die aus einer einzigen Bakteriën-Art bestehen. Andere Preparate bestehen aus verschiedene Stämme einer einzigen Bakteriën-Art und wieder andere Preparate bestehen aus mehrere Arten von Bakteriën. Kurzum: es gibt ein Unterschiedliches Angebot von Produkten.

Forschung hat inzwischen ausgewiesen dass die Produkte mit mehreren Arten von Bakteriën besser wirken als die mit nur eine Art. Dies ist auch gut zu verstehen: gerade das oprimale Zusammenspiel aller Bakteriën in einen gesunden Darm bewirkt eine gute Darmfunktion. Das nennt man: Synergie, was wir in diesem Zusammenhang verstehen können als "Zusammen starker". Die Wirkung der Bakteriën zusammen ist grösser als die Summe der Wirkung aller einzelnen Bakteriën. Jede Tierart und der Mensch auch, hat seine eigene Art-spezifische Probiotica. Es gibt also auch Unterschiede in Bakteriën-Stämme der unterschiedlichen (Tier)Arten. Die Tierart-eigenen Probiotica-Preparate werden darum besser "anschlagen". So wird ein Hunde-probioticumpreparat bei einen Menschen weniger gut wirken. Umgekehrt genau so. Jede (Tier)Art hat ihre eigene gute Bakteriën-Stämme. Bei der Anwendung von Probiotica kann man darum auch am Besten Tierart-spezifische Probiotica verwenden. Neuere Forschung hat auch ergeben dass die Anwendung von (Tier)Art-fremde Probiotica dem Abwehrapparat des Benutzers mehr erregt als die (Tier)Ar-eigene Probiotica.

Der Ausgangspunkt bei der Anwendung von {robiotica ist (oder: sollte sein) die Stimulierung von einer so gesund mögliche Darmflora, die dadurch führen kann zu einem so optimal möglich funktionierenden Darm und so beiträgt an ein besseres funktionieren des Gastherren. In unserem Fall hier: die Tauben. Als ich mich, etwa vor zwanzig Jahren, anfing um mich mit der Verbesserung der Darmwirkung zu beschäftigen, war ich ziemlich entzückt von Probiotica, also schon lange bevor es ein Hype wurde. Aber instinktiv war ich damals nicht glücklich mit dem Gedanken um Tierfremde Darmbakteriën einsetzen zu müssen. Es wurde damals, in der "Pionierzeit" der Probiotica, behauptet dass die Preparate täglich angewendet werden sollten weil sonst die Bakteriën doch wieder, nach einiger Zeit, aus den Darm verschwinden würden. Ich habe mich damals auf die Verbesserung der Körpereigenen Darmflora gerichtet, um es anders zu sagen: um die "körpereigene Probiotica" der Tauben zu verbessern. Einen anderen Grund um damals diesen Weg zu wählen war einfach: die Probioticaprodukte waren (und sind) einfach teuer. Auch darum wurde der Weg eingeschlagen um die körpereigene gute Darmflora zu verbessern. Das Ergebnis dieser Expedition ist bekannt: unser Bony-SGR. Dieses Produkt trägt bei an der Verbesserung der gesunden Darmflora und die Unterstützung des Körpers. Die Praxis zeigt dass die Gesundheit der Tauben hierdurch stark stimuliert wird.

Das Thema der Probiotica hat natürlich immer mein Interesse behalten, aber ich habe mich auch immer gestört an das Verkaufgebrabbel der Hersteller und deren Vertreter dass es "alles nichts ausmacht" ob man Hunde-, Hühner-, Kühe- oder Menschen-Probiotica benutzt. Neuere Forschung weist sehr wohl auf die Unterschiede in den verschiedenen Arten und die Effekte von "fremde" Probiotica auf dem Abwehrsystem eines fremden Gastherren. Das ist der Hauptgrund dafür dass Tierart-spezifische Probiotica mein Vorzug haben.

Kinder die in der Gebärmutter sind kleine Menschen die steril sind. In ihren Darm haben sich dann noch keine Bakteriën eingenistet. Bei der Passage durch den Geburtsweg nehmen Kinder schon einen Teil der Bakteriënflora der Mutter in sich auf und bei dem ersten Kontakt mit ihre Haut auch ihre Hautflora. Dieser Kontakt ist wichtig für das Kind. Kinder die per Kaiserschnitt zur Welt kommen haben eine deutlich abweichende Mikroflora, was sogar noch im siebten Lebensjahr fesstgestellt werden kann. Bei diese Kinder zeigt sich, zum Beispiel, ein erhöhtes Risiko auf der Entwicklung einer Allergie. Hieraus dürfte deutlich sein dass die Entwicklung einer gesunden Darmflora von grosser Bedeutung ist für die Entwicklung jedes Einzelnen und dass gillt für Tiere genauso wie für Menschen. In dieses Licht besehen ist es auch besser zu verstehen weshalb die Verabreichung von Bony-SGR den jungen Tauben soviel Unterstützung bietet. Eine gesunde Darmflora hat, unter Anderm, die folgenden Funktionen:

1.Gute Darmbakteriën tragen bei an der normalen Entwicklung des Darms, sowohl was die Anatomie betrifft, als auch dem funktionieren der Darm-Schleimhaut. Die Mikroflora spielt eine wichtige Rolle in der Entwicklung der Zellen dieser Schleimhaut, sowohl in Bezug auf die Zellenerneuerung, die Zellenentwicklung, die Länge der Darmflocken, als auch die Tiefe der Darm-krypten. Ausserdem ist die Mikroflora von grosser Bedeutung für ein normaler Bewegungsablauf des Magendarmkanals.

2.Das gesammte Zusammenspiel der guten Darmbakteriën sorgt und unterstützt den Darmkanal derartig dass krankmachende Bakteriën weniger Gelegenheit bekommen sich an Darmzellen zu heften. Gerade das ist bedeutsam bei der Entstehung von Krankheiten. Die verschiedenen Arten Darmbakteriën arbeiten dermassen zusammen das eine so optimal mögliche Umwelt in dem Darm entsteht, wovon jede Art soviel wie möglich Profit hat. Die Abfallstoffe der einen Art sind zugleich Nahrungsstoffe einer andern Art. So gibt es Bakteriën-Arten die fähig sind um bestimmte Faser ab zu bauen. Die Stoffe die dabei freikommen sind die Nahrung für andere Bakteriën-Arten. Prebiotica Neben der Bedeutsamkeit der guten Bakteriën im Darm, die Probiotica, ist auch die Einsicht entstanden dass die Nahrungsstoffe für diese guten Bakteriën ausreichend im Darm enthalten sein müssen, denn sonst können diese Bakteriën ihre Beiträge an der Optimalisierung der Darmflora nicht verwirklichen. Diese Nahrungsstoffe die wichtig sind für die gute Darmbakteriën werden auch "Prebiotica" genannt. Dies sind also keine Bakteriën, sondern Nahrungsstoffe wie FOS (= Fructo-oligo-sachariden) und andere.

3.Es dürfte deutlich sein dass wenn die krankmachende Bakteriën nicht richtig in der Lage sind um sich an der Darmwand zu heften, der Abwehrapparat der Tauben nicht überbelastet werden wird. Hierdurch kann mehr Energie für die Entwicklung des Taubenkörpers selbst eingesetzt werden. Damit trägt das bei an der Reifung des Abwehrsystems der Taube, das kann dann adequater reagieren wenn es im späteren Alter durch schädliche Bakteriën angegriffen wird.

4.Neben der Entwicklung der Nahrungsstoffe für andere Darmbakteriën sorgt eine gute Darmflora auch für die Produktion von Kurzketten Fettsäuren, die bedeutsam sind für eine gute Entwicklung der Dickdarmflora, aber auch die Produktion von Vitamin K und Vitamine B12 wird hiermit stabil gehalten und hilft auch bei der Produktion von bestimmte Aminosäuren die für den Gastherren von bedeutung sind.


Antibiotica

Diese Stoffe brauchen eigentlich keine nähere Ausführung. Jeder Taubenliebhaber kennt sie und benutzt sie (meistens: viel zu oft). Hier ist es nur wichtig um darauf hin zu weisen dass die Anwendung von Antibiotica nicht nur die krankmachende Bakteriën absterben lässt, sondern auch die unterstützende gute Darmflora. Dies sollte mann bei der Anwendung immer bedenken. Forschung hat erwiesen dass nach einer Antibioticum-Kur die Erholung der Darmflora gefördert werden kann mit der Anwendung von Pre- und Probiotica-Preparate. Entscheiden Sie sich bei der Auswahl eines Preparates für ein Produkt worin verschiedene Bakteriën-Arten enthalten sind (u.A.: Lactobaccillus acidophilus, Lactobacillus casei,Bifidobacterie longum, Enterococcus faecium, Lactococcus lactis) Die Praxis zeigt dass die Anwendung von Bony-SGR nach einer Antibioticum-Kur die Erholung der Darmflora ebenfalls unterstütz. Übermässige Anwendung von Antibiotica trägt bei an der Störung des delikaten Gleichgewichts das es bei den verschiedenen Darmflora-Bakteriën gibt und das ist oft auch im Vorteil für Candida Albicans und andere Hefe-Arten. Das letztere kann der Anfang sein von einem Teufelskreis, wobei versucht wird um enttäuschende Leistungen zu verbessern mit Zuführungen von Antibiotica. Anfangs scheint dies auch Erfolg zu haben, aber nach dem kuren treten die Probleme mit der Form der Tauben schnell wieder hervor, was durch den Überwuchs dieser Hefe mitverursacht wird. In diesen Fällen ist es besser um dafür zu sorgen das die Darmflora sich erholen kann. Kurzgefasst können wir feststellen dass eine gesunde Darmflora von grosser Bedeutung ist für eine gute Wirkung des Abwehrorgans. Siebzig prozent der Abwehr des Körpers befindet sich in der Darmwand. Das unterstützen einer guten Darmflora kann man betrachten als die Grundlage für das bessere funktionieren dieses Abwehrorgans. Hierzu kann man (vorzugs-weise: Art-spezifische) Probiotica anwenden. Diese können, sicher während und nach einer Antibioticum-Kur, die Erholung der guten Darmflora unterstützen, wodurch die Tauben sich schneller erholen. Leider sind Art-spezifische Probiotica für Tauben noch nicht massenhaft verfügbar und darum müssen Tierart-fremde Varianten angewendet werden. voor duiven nog niet in grote mate beschikbaar en moet vaak gebruik gemaakt Zwar zeigt die Praxis dass dies zu einer Erholung der Darmflora führt, aber es ist auch möglich um die körper-eigene "Probiotica" zu unterstützen durch verabreichung von Prebiotica und von Produkte wie Bony-SGR. Hoffentlich hat dieser Artikel beigetragen zu der Einsicht wie wichtig eine gute Darmfunktion ist. Zu diesem Thema kann noch vieles mehr geschrieben werden.

Möglich sind durch diesen Artikel auch neue Fragen entstanden. Wenn ja, dann bitte stellen Sie die mich. Ich beantworte sie gerne! Unsere Emailadresse (auch für Newsletter-Abmeldungen):
Viel Erfolg !

 

Ihr Tierarzt Peter Boskamp